In jeder neuen Lebensphase stehen Veränderungen an. Um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, sollten Verbraucher mit bestimmten Versicherungen vorsorgen.
Dabei sollte man das Augenmerk darauf richten, dass man weder über- noch unterversichert ist. Manche Versicherungen sind schlichtweg überflüssig, andere wiederum unverzichtbar.
Fakt ist, dass es bestimmte Policen gibt, die man erst ab einem gewissen Alter abschließen sollte. In der folgenden Übersicht finden Sie heraus, ab welchem Lebensabschnitt welcher Versicherungsschutz wirklich sinnvoll ist.
Ablauf:
- In der Ausbildung
- Im Arbeitsleben
- Für junge Paare
- Für Familien
- Fünfzig Plus
- spezifische Sachversicherung
1. In der Ausbildung:
Studenten und Auszubildende haben den Vorteil, dass sie bei einigen Versicherungen kostenfrei bei den Eltern mitversichert sein können. Für sie hält sich die Zahl der empfehlenswerten Policen noch in Grenzen.
Checkliste
- Krankenversicherung
- Private Krankenzusatzversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Private Haftpflichtversicherung
- Auslandsreisekrankenversicherug
Im Detail:
Private Krankenzusatzversicherung: Es gibt zahllose Tarife für eine Krankenzusatzversicherung, die den eingeschränkten Schutz der obligatorischen Krankenversicherung aufpäppeln – für Zahnersatz, für Chefarztbehandlung für das Krankenhaustagegeld. Besonders interessant für Studenten, die auf ein Gehalt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze hoffen können: Einige Tarife beinhalten die Option, später ohne weitere Gesundheitsprüfung in einen privaten Volltarif zu wechseln. So sichern sich Studenten ihren Gesundheitszustand schon Jahre im Voraus.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Sichert die eigene Arbeitskraft ab und ist für jeden wichtig, der heute und/oder in Zukunft von seiner Arbeit lebt. Weil sie gesünder sind, bekommen Jüngere günstigere Angebote für die Berufsunfähigkeitsversicherung, die ihre Kunden gegen Berufsunfähigkeit absichert, als Ältere.
Private Haftpflichtversicherung: Die private Haftpflichtversicherung ist ein Muss. Sie schützt gegen Sach-, Personen- und Vermögensschäden. Ohne sie kann man im Schadensfall leicht in die Schuldenfalle rutschen. Im Studium wie auch in der Ausbildung ist man lange bei den Eltern kostenfrei mitversichert (wenn man nicht vorher heiratet und solange es sich um die Erstausbildung handelt).
Auslandsreisekrankenversicherung: Selbst wer nur selten ins Ausland reist, sollte auf die Police keinesfalls verzichten. Die gesetzliche Krankenversicherung gewährleistet nämlich für diesen Fall nur unzureichenden Schutz, da sie etwa einen Krankenrücktransport nicht versichert. Schützen Sie sich also vor unnötigen finanziellen Belastungen mit Tarifen schon ab 5,- Chf pro Jahr. Die Auslandsreisekrankenversicherung begleicht die Arztrechnung im Ausland bei Krankheit und Unfall.
2. Im Arbeitsleben:
Im ersten Job sollte der Schutz vor Invalidität Vorrang genießen.
Checkliste
- Unfallversicherung
- Privathaftpflichtversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Gesetzliche / private Krankenversicherung
- Auslandsreisekrankenversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Hausratversicherung
Im Detail:
Unfallversicherung: Die Police schützt gegen die Folgen einer Invalidität, die durch Unfälle verursacht worden ist. Der Versicherungsschutz besteht dann überall und zu jeder Zeit. Zwar hört man immer wieder, dass eine Unfallversicherung unnötig sein soll, wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat. Dabei wird allerdings verschwiegen, dass man zwar Invalide werden kann, aber deswegen nicht gleich berufsunfähig werden muss. Wer nach einem Autounfall an den Rollstuhl gefesselt ist, kann beispielsweise vielleicht noch bestens in seinem angestammten Beruf als Programmierer arbeiten, muss aber sein Haus behindertengerecht umbauen lassen.
Gesetzliche Krankenkasse (GKV) oder private Krankenversicherung (PKV): Wer bessere Leistungen als in der gesetzlichen Krankenkasse in Anspruch nehmen will, sollte über einen Wechsel zur privaten Krankenversicherung nachdenken. Vor allem für junge Selbstständige, Freiberufler und Beamte unabhängig von ihrem Einkommen ist die PKV interessant, aber auch Angestellte und Arbeitnehmer, die mindestens drei volle Kalenderjahre über der Versicherungspflichtgrenze (2008: 4.050 Euro im Monat) verdient haben, können beitreten.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Schutz bei Berufsunfähigkeit ist in jeder Lebensphase wichtig. Wer sich als Student oder in der Ausbildung noch nicht versichert hat, sollte spätestens jetzt abschließen. Auch für Versicherte lohnt sich ein Check. Wer in der Ausbildung noch handwerklich tätig war, im Job aber Büroarbeit erledigt, wird möglicherweise in eine preiswertere Berufsgruppe eingestuft.
Hausratversicherung: Immerhin ein Viertel aller schweizer Haushalte haben keine Hausratversicherung. Dabei schützt sie bei Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm, Elementarschäden und sind unbedingt zu empfehlen.
3. Für junge Paare:
Junge Paare, die zum ersten Mal in eine Wohnung ziehen, sollten sich schon mal Gedanken über ihr gemeinsames Hab und Gut machen – insbesondere dann, wenn wertvolle Gegenstände darunter sind.
Checkliste
- Unfallversicherung
- Privathaftpflichtversicherung
- Krankenversicherung
- Auslandsreisekrankenversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
Im Detail:
Hausratversicherung: Eine jeweils eigene Hausratversicherung benötigen Lebenspartner nicht, ein Vertrag für beide reicht aus. Dabei sollte man darauf achten, dass der Neuwert des gemeinsamen Interieurs durch die neue Versicherungssumme abgedeckt ist. Versicherungonline24.ch hilft Ihnen bei der Ermittlung der Versicherungssumme. Denn bei Unterversicherung oder auch bei Überversicherung wird sonst der Betrag um 20% gekürzt.
4. Für Familien:
Für eine mehrköpfige Familie sind die Risiken deutlich größer als für einen jungen Single. So sollte die Familie unbedingt im Todesfall der Eltern oder eines Elternteils vor dem finanziellen Ruin finanziell abgesichert sein.
Checkliste
- Unfallversicherung
- Privathaftpflichtversicherung
- Krankenversicherung
- Private Krankenzusatzversicherung
- Auslandsreisekrankenversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Hausratversicherung
- Risikolebensversicherung
- Rechtschutzversicherung
Im Detail:
Privathaftpflichtversicherung: Diese Versicherung ist in jedem Lebensalter notwendig. Für junge Familien von Vorteil sind Qualitätstarife, die auch Schäden von Kindern unter sieben Jahren (nicht deliktfähige Kinder) mitversichern.
Private Krankenzusatzversicherung: Ist für Versicherte gedacht, denen die Leistungen der obligatorischen Krankenkasse nicht reichen. Denn ein grosser Teil der Gesamtkosten wird über den Zusatz abgedeckt.
Risikolebensversicherung: Sie ist besonders wichtig bei einer Hausfinanzierung und zur Absicherung von Familien mit einem Hauptverdiener. Im ersten Fall ist eine Police mit jährlich fallendem Todesfallschutz eine preiswertere Variante, für die Hinterbliebenenvorsorge ist eine konstante Todesfallsumme angebracht. Bei Tod der versicherten Person wird die Versicherungssumme auf einen Schlag ausgezahlt. Empfehlenswert ist eine kleine Risikolebensversicherung bei Paaren auch für den Partner, der zu Hause ist oder ein geringeres Einkommen hat. Auch bei dessen Tod entstehen Lücken durch Kosten für Kinderbetreuung oder Verdienstausfall.
Rechtsschutzversicherung: Hat unter den Versicherungen nicht die oberste Priorität. Trotzdem gehen Streitigkeiten ins Geld und viele kämpfen nur deshalb nicht um ihr gutes Recht, weil sie sich den Prozess nicht leisten können. Die Rechtsschutzversicherung sichert den Privatbereich inklusive Arbeitsrecht, Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz. Die Bausteine können zu- oder abgewählt werden. Selbstständige benötigen einen besonderen Tarif.
Pflegezusatzversicherung: Die gesetzliche Absicherung reicht für Pflegebedürftige nicht aus. Bei stationärer Betreuung in Pflegestufe III entsteht schnell eine monatliche Lücke von 3.000 Chf. Eine private Pflegezusatzversicherung gibt es als Pflegekostenversicherung, als Pflegetagegeldversicherung und als selbstständige Pflegerentenversicherung. Mit der Pflege lassen sich die Leistungen der Pflegeversicherung aufstocken. Die Zusatzversicherung bietet große Flexibilität im Pflegefall. So lässt sich der pflegegerechte Umbau des Hauses damit ebenso bezahlen wie die mobile Pflegekraft, die Unterkunft in betreuten Wohnanlagen sowie im Heim. Über die Auszahlungen darf der Versicherte völlig frei verfügen.
5. Fünfzig plus:
Die „Empty-Nesters“ (Wortschöpfung der Marketingstrategen für Eltern, deren Kinder aus dem Haus sind) stehen vor neuen Fragen bezüglich des Versicherungsschutzes.
Checkliste
- Krankenhauszusatzversicherung
- Risikolebensversicherung
- Unfallversicherung
- Sterbegeldversicherung
Im Detail:
Risikolebensversicherung: Der Todesfallschutz kann an den notwendigen´Hinterbliebenenschutz angepasst werden. Ist der Todesfallschutz für die Baufinanzierung noch notwendig oder ist das Haus abbezahlt? Genügt für den Hinterbliebenenschutz die angesparte Altersvorsorge?
Unfallversicherung: Für die Altersgruppe ab 50 bieten viele Gesellschaften spezielle Konzepte in der Unfallversicherung an. Sie bieten nützliche Soforthilfe nach Unfällen, sind aber kostspieliger. Achten Sie bei Unfalltarifen darauf, ob der Vertrag in einem bestimmten Alter automatisch endet oder ob sie später (meist ab 70 Jahren) einen erhöhten Beitrag zahlen müssen.
6. Spezifische Sachversicherungen:
Auto-Versicherung: Die Auto-Versicherung ist gesetzlich für jeden PW-Halter vorgeschrieben. Für neuere Wagen kann ein Kaskoschutz ganz gleich ob Teil- oder Vollkasko (je nach Tarif enthält die Police z.B. einen Schutzbrief ,Bonussschutz, Absicherung gegen Marderbiss, Grobfahrlässigkeitsschutz etc.) neben der Haftpflicht durchaus sinnvoll sein.
Tierhalterhaftpflichtversicherung: Wichtig für Hunde- und Pferdehalter. Wenn der Hund sich losreißt und vors Auto springt, entstehen Schäden, die niemand so leicht aus eigener Tasche zahlt – die Tierhalterhaftpflicht springt dann ein. Katzen, Meerschweinchen, Wellensittiche und andere Tiere sind über die Privathaftpflicht mitversichert.
Wohngebäudeversicherung: Für Hausbesitzer ist eine Wohngebäudeversicherung zwingend notwendig, bei einer Baufinanzierung verlangt sogar die Bank, dass eine Versicherung besteht (aber nicht unbedingt beim Versicherer der Bank abschließen!). Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Sturm sind üblicherweise abgesichert. Schutz bei Elementarschäden ist grundsätzlich sinnvoll. Auch wo Überschwemmungen oder Schneedruck nicht drohen, können rasch Schäden durch Starkregen entstehen.
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